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Mit einem lauten Seufzer schaltete Herr Jensen an einem Mittwochmorgen seinen Fernseher aus. Nicht mit seiner Fernbedienung. Nein, er erhob sich und drückte den Knopf direkt am Apparat. Weil er gerade davor stand, was nicht oft der Fall war, denn normalerweise betrachtete er seinen Fernseher aus gebührendem Abstand, und eigentlich auch nicht den Apparat selbst, sondern seine hellen Bilder. An diesem Mittwochmorgen stand Herr Jensen aber vor ihm, und zum ersten Mal fiel ihm die dicke Staubschicht auf der Mattscheibe auf. Er suchte sich ein Staubtuch und begann, die Glasscheibe abzustauben. Bei jeder Berührung knisterte es, weil die Bildröhre noch aufgeladen war. Der Staub verband sich unter seinem Lappen zu kleinen grauen Würmern, die hartnäckig auf der Scheibe klebten und die Herr Jensen nur mit Mühe entfernen konnte. Nun erwachte in Herrn Jensen ein kleines, schwach fauchendes Flämmchen Putzleidenschaft, das ihn nach der Glasscheibe auch noch das Gehäuse des Fernsehers putzen ließ, angefangen mit der Stirnseite, ihren vielen Knöpfen und Teilen der Verkleidung, und er endete bei der Rückwand des Gehäuses. Dazu zog er sogar den Netzstecker heraus und drehte den Apparat auf seinem Tischchen herum. Schließlich trat er ein paar Schritte zurück, stellte sich vor seinen eigenen Fernseher wie vor ein Ausstellungsstück im Laden und nickte selbstzufrieden seiner Reflektion in der dunklen Mattscheibe zu. Dann öffnete Herr Jensen das Fenster und ließ die erfreulich milde Frühlingsluft herein. Es roch gut. Leises Vogelgezwitscher und das ferne Dröhnen einer Baumaschine waren zu hören. Herr Jensen nahm sich wieder einmal vor, häufiger seine Wohnung zu lüften. Er schlug den Staublappen aus und sah versonnen zu, wie der laue Wind die kleine Staubwolke erfaßte und vor sich hertrieb. Dann machte er sich an die Reinigung der Videorekorder. Zum Schluß schaute Herr Jensen erneut aus dem Fenster und dann nach unten auf den Gehsteig. So früh am Morgen waren auf der ganzen Straße keine Menschen zu sehen. Beseelt trat er wieder ins Zimmer zurück, hob den Fernsehapparat an, trug ihn leise ächzend durch den Raum und warf ihn mit einer ruhigen, geschmeidigen Bewegung aus dem geöffneten Fenster.
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